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Das waren noch Zeiten ...

Gleisbau auf der legendären Innerstetalbahn (Langelsheim - Altenau) im Jahre 1931 / Ganz rechts (in Uniform) ist Adolf Bremer zu sehen, der Uronkel von der heutigen Buchautorin Ingrid Lader
Gleisbau auf der Innerstetalbahn (Langelsheim - Altenau) im Jahre 1931 / Ganz rechts in Uniform ist Adolf Bremer zu sehen, Adolf Bremer ist der Uronkel von der heutigen Buchautorin Ingrid Lader

 

Auszug aus dem Buch „Schmunzelgeschichten von der Innerstetalbahn“ von Buchautorin Ingrid Lader

 

Die Bohnenstange

 

Die Bahnmitarbeiter waren wieder einmal mit Arbeiten an den Gleisen in der Nähe von Lautenthal neben der Innerste beschäftigt. Am Zaun eines angrenzenden Gartens lag eine Bohnenstange. Der Mitarbeiter, der diese Stange entdeckt hatte, wusste auch gleich eine prima Idee, was man damit machen konnte. Und einige der jüngeren Mitarbeiter, sie waren alle so um die Mitte zwanzig, fanden diese Idee auch ganz toll und wollten sich ebenfalls beteiligen.

 

Mit der Stange sollte ein Stabhochsprung veranstaltet werden, und sie wollten damit über die Innerste auf die andere Seite gelangen. Derjenige, der die Stange gefunden hatte, bekam das Recht eingeräumt, als Erster zu springen. Er war leidenschaftlicher Pfeifenraucher, und seine Kameraden hatten ihn auch noch nie ohne Pfeife im Mund gesehen. Er dachte also gar nicht daran, die Pfeife für diesen Sprung aus dem Mund zu nehmen. Inzwischen hatte sich die Nachricht über die „Stabhochsprung-Veranstaltung“ bei den Mitarbeitern wie ein Lauffeuer verbreitet, und alle waren an die vorgesehene Stelle gekommen, um das Ereignis zu verfolgen. 

Rotte (Gruppe von Gleisbauarbeitern) beim Gleisbau
Rotte (Gruppe von Gleisbauarbeitern) beim Gleisbau

Ganz lässig maß der Springer mit einigen Schritten die Strecke ab, und als er meinte, alles richtig berechnet zu haben, nahm er Anlauf. Die Bohnenstange blieb auch genau an der im Voraus berechneten Stelle stecken, und er sprang in die Luft. Die Stange war jedoch nicht mehr neu und hatte zudem auch noch den ganzen Winter über an dem Gartenzaun gelegen. Und so kam es, wie es kommen musste. Genau in dem Moment, als sie den Zenit erreichte, brach sie in der Mitte durch. Es gab einen riesigen Plumps, und der Springer landete voll im Wasser.

 

Über das Bild, das sich ihnen bot, hielten sich die umstehenden Kameraden den Bauch vor Lachen. Der Springer lag auf dem Rücken im Wasser; hatte aber die Pfeife bei dem Sturz durchgebissen und so nur noch das Mundstück davon im Mund.

 

Nachdem sich alle etwas beruhigt hatten, zogen sie den armen Kerl erst mal aus dem Wasser. Zum Glück hatte er sich bei dem Versuch des „Bohnenstangenhochsprungs“ keine größeren Blessuren eingehandelt.

 

 

 

Daten zum Buch  -Schmunzelgeschichten von der Innerstetalbahn:

80 Seiten, durchgehend vierfarbig, Format DIN A5, Hardcover mit Lesebändchen

Preis: 10,- €  plus Portokosten

 

Ingrid Lader

Mühlenstr. 41

38678 Clausthal-Zellerfeld

Telefon: 05323 1547

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